10 häufige Verpackungsprobleme

und ihre Lösungen

10 Häufige Verpackungsprobleme und ihre Lösungen!

Viele häufige Verpackungsprobleme haben ihre Ursache nicht allein in der Maschinentechnik. Folie, Beutel, Produkt, Zuführung, Dosierung und Einstellungen greifen ineinander. Reißt ein Beutel, ist die Siegelnaht undicht oder stimmt die Füllmenge nicht, sollten Sie die mögliche Ursache Schritt für Schritt prüfen.
Dieser Ratgeber zeigt zehn typische Ursachen und konkrete Ansätze, mit denen Sie Fehler beim Verpacken vermeiden und Ihre Verpackungsqualität verbessern können.

1. Falsche Folie erschwert die Verarbeitung

Das Problem: Die Folie bildet Falten, läuft nicht sauber durch die Anlage oder lässt sich nur unzuverlässig verschließen. Das Produkt erhält dadurch nicht den Schutz, den es braucht.
Die Ursache: Eine falsche Folie passt hinsichtlich Stärke, Steifigkeit, Barriere oder Siegelverhalten nicht zum Produkt und Prozess. Trockene Kleinteile stellen beispielsweise andere Anforderungen als empfindliche Lebensmittel.
Die Lösung: Definieren Sie zuerst, was das Material leisten muss. Benötigt das Produkt Schutz vor Feuchtigkeit, Sauerstoff oder Aromaverlust? Muss die Folie besonders durchstoßfest sein? Anschließend prüfen Sie, welche Materialeigenschaften diese Anforderungen erfüllen und sich gleichzeitig zuverlässig verarbeiten lassen. Bei einem Materialwechsel schafft ein Praxistest zusätzliche Sicherheit.

2. Der Beutel passt nicht zum Produkt

Das Problem: Der Beutel ist zu knapp bemessen, hält dem Produktgewicht nicht stand oder erschwert die Befüllung. Im ungünstigsten Fall passiert Folgendes: Der Beutel reißt beim Verpacken.
Die Ursache: Größe, Materialstärke oder Konstruktion passen nicht zum Inhalt. Scharfkantige Schrauben belasten einen Beutel beispielsweise anders als Pulver, Snacks oder Tiernahrung.
Die Lösung: Wählen Sie Format und Material anhand der tatsächlichen Belastung. Für schwere oder kantige Produkte braucht es eine hohe mechanische Festigkeit. Bei Produkten, die Verbraucher mehrfach entnehmen, kann dagegen ein wiederverschließbarer Beutel vorteilhaft sein. Auch die Beutelöffnung muss genügend Platz für eine störungsfreie Befüllung lassen.

3. Eine schlechte Versiegelung macht den Beutel undicht

Das Problem: Ist ein Beutel undicht, verliert die Verpackung ihre Schutzfunktion. Feuchtigkeit oder Sauerstoff können eindringen. Pulver oder andere Produkte können aus dem Beutel gelangen.
Die Ursache: Produktreste, Staub, Fett oder Falten im Siegelbereich verhindern eine gleichmäßige Versiegelung. Auch eine ungünstige Positionierung des Beutels kann an der Siegelnaht Fehler provozieren.
Die Lösung: Kontrollieren Sie zuerst den Siegelbereich. Er sollte beim Verschließen frei von störenden Produktrückständen sein und korrekt zwischen den Siegelwerkzeugen liegen. Treten weiterhin undichte Nähte auf, müssen Sie Material und Prozessparameter genauer prüfen. Regelmäßige Kontrollen helfen, Fehler früh zu erkennen.

4. Falsche Siegelparameter beschädigen die Naht

Das Problem: Bei zu niedriger Temperatur verbinden sich die Siegelschichten möglicherweise nicht ausreichend. Zu hohe Temperaturen können die Folie verformen oder beschädigen.
Die Ursache: Häufig verarbeitet die Anlage ein neues Material weiterhin mit den bisherigen Einstellungen. Auch nach einem Formatwechsel können Anpassungen notwendig sein.
Die Lösung: Prüfen Sie Temperatur, Druck und Zeit als zusammenhängende Parameter. Verändern Sie nicht wahllos einzelne Werte. Besonders bei neuen Folien empfiehlt sich ein kontrollierter Test, bevor die reguläre Produktion beginnt. Eine Prüfung der Nahtfestigkeit offenbart, ob die gewählten Einstellungen zuverlässig funktionieren.

5. Produktbruch entsteht während Zuführung und Befüllung

Das Problem: Empfindliche Produkte brechen, bekommen Druckstellen oder erreichen bereits beschädigt den Beutel. Dadurch steigen Ausschuss und Materialverbrauch.
Die Ursache: Große Fallhöhen, harte Übergabepunkte oder eine zu hohe Prozessgeschwindigkeit können sensible Produkte unnötig belasten. Das betrifft unter anderem zerbrechliche Lebensmittel ebenso wie empfindliche technische Komponenten.
Die Lösung: Um einen Produktbruch zu vermeiden, sollten Sie den gesamten Produktweg prüfen. Wo fällt das Produkt? Wo stößt es an? Wo entsteht Druck? Geringere Fallhöhen und produktschonende Übergaben können die mechanische Belastung deutlich reduzieren. Die Prozessgeschwindigkeit sollte sich an der Empfindlichkeit des Produkts orientieren.

6. Feuchtigkeit beeinträchtigt die Produktqualität

Das Problem: Feuchtigkeit kann Pulver und Gewürze verklumpen, knusprige Lebensmittel aufweichen und bei ungeschützten Metallteilen Korrosion verursachen.
Die Ursache: Das Verpackungsmaterial bietet möglicherweise keinen ausreichenden Schutz gegen Wasserdampf. Undichte Nähte oder ungeeignete Lagerbedingungen können das Problem zusätzlich verstärken.
Die Lösung: Ein zuverlässiger Feuchtigkeitsschutz beginnt bei der passenden Materialbarriere. Welche Barriere erforderlich ist, hängt vom Produkt, der vorgesehenen Lagerdauer und den Umgebungsbedingungen ab. Außerdem müssen die Nähte dauerhaft dicht bleiben. Bei korrosionsempfindlichen technischen Produkten können spezielle Schutzkonzepte wie VCI-Verpackungen sinnvoll sein.

7. Dosierfehler verursachen falsche Füllmengen

Das Problem: Einzelne Packungen enthalten zu viel oder zu wenig Produkt. Bei Schrauben stimmt etwa die Stückzahl nicht, bei Schüttgütern weicht das Gewicht ab.
Die Ursache: Dosierfehler entstehen oft, wenn Dosiertechnik und Produkteigenschaften nicht zusammenpassen. Auch ein ungleichmäßiger Produktfluss beeinflusst die Genauigkeit.
Die Lösung: Wählen Sie die Dosiermethode passend zum Inhalt. Gleichförmige Kleinteile lassen sich beispielsweise nach der Stückzahl dosieren, Schüttgüter dagegen nach Gewicht oder Volumen abfüllen. Kontrollieren Sie die ausgegebenen Mengen regelmäßig. So erkennen Sie Abweichungen, bevor sie sich durch größere Produktionschargen ziehen.

8. Eine ungeeignete Zuführung stört den Produktfluss

Das Problem: Produkte sammeln sich in der Zuführung, gelangen mehrfach in den nächsten Arbeitsschritt oder erreichen die Verpackung in unregelmäßigen Abständen.
Die Ursache: Form, Größe oder Oberfläche des Produkts harmonieren nicht mit der eingesetzten Zuführtechnik. Besonders Teile, die sich verhaken oder ineinanderlegen, können die Vereinzelung erschweren.
Die Lösung: Richten Sie die Zuführung auf die tatsächlichen Produkteigenschaften aus. Ein gleichmäßiger Produktfluss bildet die Grundlage für ein zuverlässiges Dosieren und Verpacken. Bei häufig wechselnden Artikeln sollte die Technik außerdem unkomplizierte Anpassungen ermöglichen.

9. Fehlende Wartung führt zu wiederkehrenden Fehlern

Das Problem: Die Anlage arbeitet zunehmend unzuverlässig. Siegelqualität und Produkttransport verschlechtern sich. Störungen und Stillstände nehmen zu.
Die Ursache: Verschleiß und Verschmutzungen entwickeln sich oft schleichend. Bleiben regelmäßige Kontrollen aus, werden aus kleinen Abweichungen größere Prozessprobleme.
Die Lösung: Arbeiten Sie mit festen Wartungsintervallen und kontrollieren Sie relevante Verschleißteile rechtzeitig. Auch Siegeleinheiten, Führungen und produktberührte Bereiche benötigen eine regelmäßige Pflege. Eine vorbeugende Wartung unterstützt einen stabilen Prozess und hilft, ungeplante Ausfälle zu minimieren.

10. Falsche Lagerung verändert das Verpackungsmaterial

Das Problem: Folien oder Beutel verziehen sich, verschmutzen oder verändern ihre Verarbeitungseigenschaften bereits vor dem Einsatz.
Die Ursache: Temperatur, Luftfeuchtigkeit, direkte Sonneneinstrahlung oder eine ungeeignete Lagerposition können Materialien beeinträchtigen. Geöffnete Einheiten reagieren zudem stärker auf äußere Einflüsse.
Die Lösung: Halten Sie die Lagerempfehlungen des Materialherstellers ein und schützen Sie Folien und Beutel vor ungünstigen Umgebungsbedingungen. Eine Sichtkontrolle vor Produktionsbeginn hilft zusätzlich. Dadurch gelangen beschädigte oder verschmutzte Materialien gar nicht erst in den Verpackungsprozess.

Fehler beim Verpacken vermeiden: Die Ursache entscheidet

Ein sichtbarer Fehler verrät nicht automatisch seine Ursache. Öffnet sich eine Naht, kann die Siegeltemperatur falsch sein. Ebenso können Falten in der Folie, Produktrückstände im Siegelbereich oder ein ungeeignetes Material die Ursache sein. Reißt ein Beutel, helfen veränderte Maschinenparameter wenig, wenn Format oder Materialstärke nicht zum Inhalt passen.

Um Verpackungsprobleme zu lösen, ist eine systematische Prüfung unerlässlich:

  • Passt das Beutelformat zu Größe, Gewicht und Form des Produkts?
  • Erfüllt das Material die erforderlichen Schutz- und Verarbeitungseigenschaften?
  • Stimmen Temperatur, Druck und Siegelzeit?
  • Bleibt der Siegelbereich während der Verarbeitung sauber?
  • Dosiert das System zuverlässig und innerhalb der vorgesehenen Toleranzen?
  • Erreicht das Produkt die Verpackung gleichmäßig und möglichst schonend?
  • Befinden sich Maschine und Verpackungsmaterial in einem geeigneten Zustand?

Gute Planung verhindert viele Verpackungsprobleme

Viele Verpackungsprobleme lassen sich bereits vor Produktionsbeginn reduzieren. Produkt, Material, Beutel, Zuführung und gewünschte Leistung sollten von Anfang an zusammenpassen. Das gilt für eine neue Anlage ebenso wie für die Optimierung eines bestehenden Prozesses.
Wir von TechniPack unterstützen Unternehmen herstellerunabhängig bei der Analyse und Optimierung ihrer Verpackungslösungen.

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Häufig gestellte Fragen

Häufig passen Beutelgröße, Materialstärke oder mechanische Belastbarkeit nicht zum Produkt. Scharfe Kanten, zu wenig Platz oder eine hohe Fallbelastung können das Material zusätzlich beanspruchen. Prüfen Sie deshalb den Beutel, die Produkteigenschaften und die Befüllung.

Das Material benötigt eine Barriere, die zum Produkt und zur vorgesehenen Lagerdauer passt. Zusätzlich müssen die Siegelnähte zuverlässig schließen. Auch die Lagerbedingungen vor und nach dem Verpacken beeinflussen den Schutz vor Feuchtigkeit.

Kontrollieren Sie zunächst die Naht auf Falten, Staub, Fett oder Produktreste. Prüfen Sie anschließend die Temperatur, den Druck und die Siegelzeit sowie die Eignung der verwendeten Folie. Wiederholt sich der Fehler, sollten Sie den gesamten Siegelprozess prüfen.